GESUNDES AFRIKA

Tuberkulose – Symptome, Prävention und Behandlung

Tuberkulose (TBC) ist eine schwere Infektionskrankheit, die von Bakterien verursacht wird. Die Erreger werden meist durch Tröpfchen in der Atemluft, die eingeatmet werden, übertragen. Daher betrifft Tuberkulose in den meisten Fällen zuerst die Lunge. Die Erreger können aber auch andere Organe wie den Darm oder die Knochen befallen. Es wird zwischen Lungentuberkulose und Organtuberkulose unterschieden.

Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit Tuberkuloseerregern infiziert. In den meisten Fällen gelingt es dem Körper, die Erreger erfolgreich zu bekämpfen oder durch Einkapselung frühzeitig unschädlich zu machen. Nur bei etwa fünf bis zehn Prozent der Infizierten bricht die Krankheit tatsächlich aus.

Symptome

Latente Tuberkulose

In vielen Fällen treten keine Symptome bei Tuberkulose auf: Dem Körper der Betroffenen gelingt es, die Bakterien in Schach zu halten, sodass es zu keinen Beschwerden kommt. Dies als latente Tuberkulose bezeichnet.

Geschlossene Tuberkulose

Bei Menschen mit guter Körperabwehr bilden die Abwehrzellen um die Entzündungsherde, die von den Tuberkulosebakterien verursacht werden, eine Art Kapsel. Es entstehen knötchenförmige Strukturen, sogenannte Granulome oder Tuberkel. Die Erreger können in diesen Tuberkeln noch aktiv sein, richten aber im Körper keinen Schaden an. Später vernarben und verkalken die Tuberkel zunehmend. Man kann sie oft auch noch Jahre später auf Röntgenbildern erkennen. Diese Verlaufsform nennt man geschlossene Tuberkulose.

Primärtuberkulose

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patient:innen gelingt es der Immunabwehr des Körpers nicht, den Erreger erfolgreich einzukapseln. Dann bilden sich Entzündungsherde in der Lunge und den naheliegenden Lymphknoten, die sich vergrößern. Diesen Zustand bezeichnet man als Primärtuberkulose. Der Prozess schreitet aber nur langsam fort: Meist beginnt dieses Stadium innerhalb von zwei Jahren nach der Infektion.

Oft bemerken die Erkrankten auch diese Form der Tuberkulose nicht. Es können aber auch verschiedene Beschwerden auftreten wie:

  • Fieber
  • Husten
  • nächtliche Schweißausbrüche
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung

Offene Tuberkulose

Breitet sich die Infektion im Körper aus, bilden sich Hohlräume, sogenannte Kavernen, im Lungengewebe. Sie sind mit abgestorbenen Zellen und aktiven Tuberkulosebakterien gefüllt (Nekrose, Verkäsung). Wenn diese Hohlräume zu den Bronchien durchbrechen, spricht man von einer offenen Tuberkulose.

Dann treten typische Tuberkulose-Symptome auf: Der Patient hustet Schleim ab, der auch blutig sein kann. Die Erreger gelangen dann oft in großer Zahl in die Atemluft.

Postprimäre Tuberkulose

Tuberkuloseerreger können lange Zeit im Körper überdauern, ohne Symptome zu verursachen. Die Krankheit kann aber auch viele Jahre nach der Erstinfektion erstmals oder erneut ausbrechen. Dann spricht man von einer postprimären Tuberkulose.

In etwa 80 Prozent der Fälle betrifft das die Lunge. Manchmal verteilen sich die Erreger aber auch über die Blutbahn. Es entstehen kleinste Entzündungen in anderen Organen, sogenannte „minimal lesions“. Meist sind davon Brustfell, Lymphknoten, Knochen und Gelenke betroffen. Aber auch Verdauungstrakt, Haut und Geschlechtsorgane können befallen werden.

Behandlung

Besondere Vorsicht ist bei offenen Tuberkulosen geboten. Die Patient:innen werden in der Regel stationär im Krankenhaus aufgenommen und isoliert. Pflegekräfte bzw. Kontaktpersonen tragen im Umgang mit den Patient:innen Schutzkleidung (Handschuhe, Kittel, Nasen-Mund-Schutz) – das ist vor allem bei offener Tuberkulose sehr wichtig. Wurde eine wirksame Tuberkulose-Therapie eingeleitet, kann die Isolation für gewöhnlich nach drei Wochen aufgehoben werden. Danach kann der:die Betroffene auch zu Hause weiterbetreut werden.

Standardmedikamente bei Tuberkulose sind bestimmte Antibiotika. Im Einzelfall verordnet der behandelnde Arzt aber auch noch andere Medikamente. Sind bei Tuberkulose-Patient:innen Hirnhäute, Herzbeutel, Bauchfell oder Nebennieren entzündet, werden anfangs zusätzlich Kortikosteroide („Kortison“) verabreicht. Sie sollen einen überschießenden Entzündungsprozess drosseln.

Bei einer offenen Lungentuberkulose können zusätzlich hustenstillende Mittel eingenommen werden. Dadurch wird auch die Umgebung geschützt, da der Patient weniger Erreger in der Luft verbreitet.

Operation

In manchen Fällen schlägt die medikamentöse Tuberkulose-Therapie unzureichend oder gar nicht an. Dies ist beispielsweise bei sehr großen Entzündungsherden der Fall. Aber auch bei Bakterienstämmen, die Medikamenten gegenüber resistent sind, kann eine Operation sinnvoll sein. Chirurg:innen versuchen dabei, die tuberkulösen Entzündungsherde zu entfernen.

Behandlung der latenten Tuberkulose

Auch eine latente Tuberkulose wird oftmals mit Antibiotika behandelt, um das Fortschreiten in eine aktive Tuberkulose zu verhindern. Sinnvoll ist das etwa, wenn das Risiko, dass die latente Infektion in eine aktive übergeht, sehr hoch ist. Das ist beispielsweise bei HIV-Infizierten sowie Menschen mit medikamentös unterdrücktem Immunsystem der Fall.

Prävention

Da es derzeit keinen wirksamen Impfschutz gegen Tuberkulose gibt, besteht die wichtigste vorbeugende Maßnahme darin, infizierte Personen möglichst frühzeitig zu entdecken und sowohl rasch als auch effektiv zu behandeln. Wird bei einem Patienten eine Tuberkulose diagnostiziert, werden meist auch Kontaktpersonen umgehend isoliert. Erst wenn drei unabhängige Proben des Auswurfs frei von Erregern sind, wird man als Kontaktperson aus der Isolierung entlassen.

Nach ungeschütztem Kontakt mit einem Infizierten kann zudem eine vorbeugende Behandlung mit einem Antituberkulotikum sinnvoll sein – vor allem bei kleinen Kindern, weil diese besonders anfällig sind und zudem schwere Krankheitsverläufe entwickeln können. Diese Chemoprophylaxe dauert in der Regel drei bis sechs Monate, sofern die Tbc-Hauttests negativ ausgefallen sind. Ist deren Test-Ergebnis positiv, wird neun Monate vorbeugend behandelt.

 

HIV und Tuberkulose – eine gefährliche Kombination

Zirka zehn Millionen Menschen weltweit erkranken jedes Jahr neu an TBC. Allein im Jahr 2019 starben 1,4 Millionen Patient:innen direkt an Tuberkulose oder an den Folgen der Erkrankung.

Die Krankheit bricht vor allem bei Personen mit geschwächtem Immunsystem aus. Dazu gehören:

  • HIV-Infizierte, AIDS-Patienten
  • chronisch Kranke (z.B. Diabetiker)
  • Patient:innen, bei denen das Abwehrsystem medikamentös unterdrückt ist (z.B. nach einer Transplantation)
  • Drogenabhängige, Raucher:innen und Alkoholiker:innen
  • ältere Menschen
  • Patient:innen mit Nierenschwäche
  • Obdachlose
  • Unterernährte
  • Säuglinge und Kinder unter vier Jahren

In Deutschland ist Tuberkulose selten geworden. In Afrika ist TBC neben AIDS die häufigste Todesursache. Beide Krankheiten treten besonders bei Bewohner:innen von Metropolenslums in enger Wechselbeziehung zueinander auf. Der Verlauf der Tuberkulose ist dann erheblich beschleunigt. In armen Ländern gilt TBC als Zeichen des Ausbruchs von AIDS und führt bei der Mehrheit aller HIV-Erkrankten zum Tod.

Multiresistente Tuberkulose kann zu Katastrophe führen

Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen ist in Deutschland zwar rückläufig, global steuern wir jedoch auf eine Katastrophe zu, die sich auch auf Industrienationen wie Deutschland auswirken wird. Grund dafür ist die Zunahme multiresistenter Formen der Tuberkulose. Das bedeutet, dass diese Tuberkulose-Formen nicht auf die beiden wichtigsten Antituberkulotika (speziell gegen Tuberkulose wirksame Antibiotika) reagieren. Diese bereits besorgniserregende Lage wird durch zusätzliche Resistenzen gegen die Zweitrangmedikamente noch kritischer.

Weltweit wird von einer halben Million multiresistenter Tuberkulosefälle ausgegangen. Aufgrund fehlender Laborkapazitäten und/oder unzureichender Datenerhebung ist die korrekte Einschätzung der Lage jedoch schwierig. Ursache für das Aufkommen und Verbreiten der multiresistenten Tuberkulose sind erster Linie Folge Behandlungsfehler. Der Mangel an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in vielen Ländern die Situation.

Nur ein rasches und international abgestimmtes Handeln, kombiniert mit verstärkten Forschungsanstrengungen sowie der Unterstützung betroffener Länder wird vor einer Situation bewahren, die selbst mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts nicht mehr bewältigt werden kann. Wir von GESUNDES AFRIKA leisten dabei einen Beitrag.

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