Schützen und vermeiden: Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs ist vermeidbar – doch in ländlichen Regionen fehlt es oft an Früherkennung, Impfungen und Behandlungsformen. Mit Selbsttests, Schulungen und Partnerschaften lässt sich viel bewegen.
Weltweit der vierthäufigste Tumor bei Frauen. Übertragung durch Geschlechtsverkehr, eine ansteckende Infektionskrankheit. Aber verhinderbar. Auslöser sind Human Papilloma Viren (HPV). In den Industriestaaten zählt die HPV-Impfung zu den Basisimpfungen. Bei Früherkennung der durch die Viren ausgelösten Läsionen kann erfolgreich behandelt und eine Ausbreitung verhindert werden – wenn man die Möglichkeiten dazu hat. In vielen Ländern Afrikas ist diese Krebsfrüherkennung und Möglichkeiten für vorbeugende Impfungen und Behandlungsformen noch nicht ausreichend etabliert. Und wenn vorhanden, dann meist nur in den städtischen Regionen – und vor allem nur den zahlungskräftigeren Privatpatient:innen vorbehalten. Am häufigsten tritt die Infektion aber in den schlecht versorgten ländlichen Gemeinden auf, häufig als Cross-Infektion mit HIV.
Wichtig ist, Kenntnis und Bewusstsein für die Infektion zu schaffen. Früherkennung zu etablieren. Gesundheitspersonal zu schulen. Geräte für die Testauswertung und weitergehende Diagnostik zur Verfügung zu stellen. Das
Beste: der HPV-Test kann sogar durch die Frauen selbstständig durchgeführt werden! Dank Förderung durch die GIZ-Klinikpartnerschaften konnten wir dafür ein erstes Projekt in Namibia erfolgreich durchführen. Da es sich um eine Infektionskrankheit handelt, die besonders häufig in grenznahen Regionen mit viel Durchgangsverkehr verbreitet wird, wollen wir auch im benachbarten Sambia ein Folgeprojekt etablieren, unsere Erkenntnisse und Erfahrungen weitergeben.
Die erwähnten Maßnahmen bieten hervorragende Anknüpfungspunkte für Zusammenarbeit mit deutschen Medizintechnik- und Pharmazeutik-Unternehmen. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass der deutsche Medizinprofessor Harald zur Hausen im Jahr 2008 den Nobelpreis für die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen HPV und Gebärmutterhalskrebs zuerkannt bekommen hat. Durch Impfung, Früherkennung und die Etablierung von Behandlungsmöglichkeiten kann Gebärmutterhalskrebs beseitigt werden! Helfen Sie uns, diesen Weg weiter gehen zu können.
Unser besonderer Dank gilt den Hamburger Gynäkologen Dr. Charlotte Kürschner und Dr. Oliver Brummer, sowie Dr. Hermann Bussmann vom Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) für die Durchführung von Schulungen und Untersuchungen während zweier Projektbesuche in Namibia.
