Chancenkontinent Afrika
Wirtschaftsnetzwerke gibt es viele auf dem Chancenkontinent Afrika: Mit der größten Freihandelszone der Welt und einem wachsenden Markt mit aktuell 1,2 Milliarden Menschen beschreitet Afrika einen völlig neuen Entwicklungspfad. Doch die Potenziale der wertvollen natürlichen und menschlichen Ressourcen werden bisher nur begrenzt genutzt. Die Jugendbevölkerung wächst, es gibt immer mehr gut ausgebildete, motivierte junge Afrikaner:innen, welche – im Gegensatz dazu – immer schlechtere Beschäftigungsperspektiven auf dem Kontinent haben. Es ist wichtig, dass die Marktmöglichkeiten des afrikanischen Kontinents genutzt werden, hier liegen die Produktionsstandorte und Absatzmärkte der Zukunft.
Ressource nutzen – Perspektiven schaffen
Die Länder Subsahara-Afrikas verfügen über natürliche und menschliche Ressourcen, die das Potenzial haben, integratives Wachstum aus sich selbst heraus hervorzubringen und die Armut in der Region nachhaltig und aus eigener Kraft zu beseitigen. Die Bevölkerung ist aktuell fast zur Hälfte jünger als 25 Jahre. Mit der größten Freihandelszone der Welt und einem wachsenden Markt mit aktuell 1,2 Milliarden Menschen beschreitet der Kontinent einen völlig neuen Entwicklungspfad – vorausgesetzt, die Potenziale seiner Ressourcen und Menschen werden auch genutzt.
Die afrikanische Jugend hat hierbei eine Schlüsselrolle inne: Sie ist weit besser ausgebildet, gesünder, vernetzter und digital kompetenter als vorherige Generationen. Das Mo Ibrahim Forum bezeichnet sie sogar als die größte Ressource des Kontinents. Die Jugendbevölkerung Afrikas wächst schnell und soll sich bis zum Jahr 2050 auf über 830 Millionen verdoppeln. Richtig genutzt kann diese signifikante Zunahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu einer höheren Produktivität führen und ein starkes, integratives Wirtschaftswachstum auf dem gesamten Kontinent unterstützen.
Immer mehr junge Afrikaner:innen haben einen höheren Bildungsabschluss. Die Immatrikulationszahlen an den Universitäten und Hochschulen steigen stetig. Die Abschlusszahlen von Algerien und Mauritius liegen sogar über dem globalen Durchschnitt; dicht gefolgt von Südafrika, Kap Verde, Namibia und Ghana.
Weniger Arbeitsplätze durch bessere Ausbildungen?
Doch die bessere Ausbildung der afrikanischen Jugendlichen steht im extremen Gegensatz zu ihren schlechten Beschäftigungsperspektiven: Der wachsende Markt hat es bisher nicht geschafft, gleichzeitig ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen, um allen Schulabgänger:innen einen Job zu bieten, schon gar nicht einen qualifizierten Job mit angemessenen Arbeitsbedingungen und Bezahlungen. Von den jährlich 18 Millionen zusätzlich benötigten Arbeitsplätzen für Berufseinsteiger:innen werden derzeit nur knapp 3 Millionen geschaffen. Etwa 140 Millionen afrikanische Jugendliche sind aktuell arbeitslos. Hinzu kommen vergleichsweise schlechte Lebensbedingungen, eine schlechter Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie steigende Nahrungsknappheiten. Es erscheint schon fast logisch, dass immer mehr junge Absolvent:innen von einer chancenreicheren Zukunft woanders träumen.
Fast ein Drittel der afrikanischen Jugend hat Migration schon einmal in Betracht gezogen. Das sind etwa doppelt so viele Personen im Vergleich zur Altersgruppe der 35-jährigen. Die Gründe, ihr Glück im vermeintlichen Eldorado Europa suchen zu wollen (und dabei sogar ihr Leben zu riskieren) sind individuell, haben aber meist einen gemeinsamen Nenner: Immer mehr junge Afrikaner:innen sehen ohne Jobs keine Zukunft in ihrer Heimat. Sie wollen ihr Potenzial verwirklichen, mit ihrer guten Ausbildung auch eine gute Arbeit finden und durch diese nicht nur die eigenen Träume verwirklichen, sondern auch die der Familie finanziell unterstützen.
„Brain Drain“ gefährdet die Entwicklung Afrikas
Würden alle migrationswilligen Jugendlichen den Kontinent verlassen, würden 40 von 42 afrikanische Länder einen Großteil ihrer Jugendbevölkerung – ihre größte Ressource – verlieren. Der resultierende „Brain Drain“ droht die Entwicklung Afrikas zu hemmen. Humankapital, Innovationskraft, Investitionen und Steuerzahlungen gehen verloren. Insbesondere der Gesundheitssektor, das Bildungswesen, Industrie, Wissenschaft und Forschung sind davon betroffen. Die sowieso schon mangelnden Strukturen und die beeinträchtige Infrastruktur drohen sich dadurch noch weiter zu verschlechtern. 2100 wird Afrikas Jugendbevölkerung dem dreifachen der gesamten Bevölkerung Europas entsprechen. Umso wichtiger ist es, jetzt echte Perspektiven vor Ort zu schaffen und die Potenziale und Ressourcen der afrikanischen Menschen zu fördern. Nur dadurch wird es möglich sein, die Marktmöglichkeiten des afrikanischen Kontinents auch zu nutzen. Denn Afrikas Märkte sind die Wachstumsmärkte der Zukunft und das unmittelbar vor der Haustür Europas: 54 Staaten, 1,2 Milliarden Menschen, rapides (Jugend-)Bevölkerungswachstum, innovative Digitalisierung und ein riesiger Binnenmarkt mit panafrikanischer Freihandelszone. Und das alles nur etwa mehr als 10 Kilometer vom europäischen Kontinent entfernt.
Neben den für deutsche Unternehmen bereits sehr wichtigen Märkten Südafrikas, Nigerias, Ghanas und Kenias nimmt das Interesse internationaler Investoren auch an anderen afrikanischen Märkten (z.B. Äthiopien, Elfenbeinküsten, Tansania) zu. Afrika hat das Potenzial, zur größten Wachstumsregion der nächsten Jahrzehnte zu werden. Hier liegen die Produktionsstandorte und Absatzmärkte der Zukunft. Insbesondere die steigende Kaufkraft der rapide wachsenden jungen afrikanischen Bevölkerung, große technologische Fortschritte und zahlreiche Investitionsprogramme bieten vielfältige und erfolgversprechende Chancen für deutsche Unternehmen in Afrika. Und doch wagen noch zu wenige – und vor allem zu wenige Mittelständler – trotz dessen starker Argumente den Schritt auf unseren Nachbarkontinent.
Wachstumsmärkte der Zukunft: Die starken Argumente der afrikanischen Märkte
Wachstumsmärkte der Zukunft: Die starken Argumente der afrikanischen Märkte
Wirtschaftswachstum afrikanischer Länder
Insbesondere während der Coronapandemie haben afrikanische Innovator:innen bewiese, dass mit innovativen und digitalen Lösungen schnell auf neue Herausforderungen reagiert werden kann, zum Beispiel durch Telemedizin, Drohnen, Apps zur Kontaktverfolgung, Sauerstoff-Maschinen, Genom-Sequenzierung und viele mehr.
Wirtschaftliches Engagement in Afrika lohnt sich
Es ist kein Geheimnis, dass Deutschland in den vergangenen Jahren sehr zurückhaltend in Bezug auf Investitionen in Afrika war und ist. Das Außenhandelsvolumen von Deutschland mit allen 54 afrikanischen Ländern ZUSAMMEN … ist geringer als das zwischen Deutschland und … Ungarn!
Das bisherige Engagement bezog sich fast ausschließlich auf die klassische „Entwicklungshilfe“. Andere Länder, vor allem China, haben den Wirtschaftsstandort Afrika weitestgehend geprägt. Deutschland, als klassisches Exportland, betrachtet den afrikanischen Kontinent vielfach als zu wenig attraktiv – trotz seiner starken Argumente als Produktionsstandort und Absatzmarkt der Zukunft.
Hat Deutschland seine Möglichkeiten für wirtschaftliche Entwicklung in bzw. mit Afrika „verschlafen“? Und selbst wenn es so ist, können wir uns leisten, dass dies so bleibt?
Die Bedeutung von Afrika für Europa und die Welt kann weder in geographischer, noch in demoskopischer, noch in politischer, noch im Hinblick auf Sicherheit, noch auf Migrationsbewegungen, geschweige denn in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels in humanitärer, aber auch in geopolitischer Hinsicht vernachlässigt werden.
Es gilt also für Deutschland, in vielfacher Hinsicht „Nischen“ in Afrika zu besetzen. Wo „passen“ wir hin? Wo werden wir gebraucht? Wo können wir positive Entwicklungen katalysieren? Wo können wir gleichzeitig aber auch Märkte für Deutschland erschließen, deutsche Produkte erfolgreich positionieren? Dabei den Kontinent stärken, aber auch eigene Interessen berücksichtigen. Bei der Wahrung eigener Interessen dann aber einen holistischeren, nachhaltigeren Ansatz wählen.
Will uns an langfristiger, stabiler Entwicklung des Kontinents liegen, so muss unsere Tätigkeit über die Gewinnung von Rohstoffen, Nutzen von Niedriglöhnen, geringer Berücksichtigung von adäquaten Arbeitsbedingungen und Entwicklung von Abhängigkeiten hinausgehen.
Diese Strategien sollten auch die Priorisierung von afrikanischen Ländern durch die Bundesregierung berücksichtigen – unter Einbeziehung der Parameter Sicherheit und Potential des Landes, Zusagen an Einhaltung von Menschenrechten, aber auch der Unterstützung bei der Bekämpfung von Korruption im eigenen Land. Das Prinzip des „fördern und fordern“.
WENN es ein Alleinstellungsmerkmal für deutsche Produkte in Afrika gibt, dann ist es die Berücksichtigung dieser Faktoren bei der Planung des Engagements in / für Afrika.
Das ist nicht „Charity“, nicht „Gutmenschentum“, nicht „Philantropie“, sondern ein Gebot der praktischen Vernunft.
Dr. Marcus Leonhardt, Geschäftsführender Vorstand, Gesundes Afrika e.V.
Beratung und Unterstützung zum Markteintritt im Chancenkontinent Afrika
Mit dem Wirtschaftsnetzwerk Afrika – den Kammern und Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, Ministerien und Fördergesellschaften von Bund und Ländern, Ländervereinen und Finanzierungsinstitutionen – werden detusche Unternehmen auf ihrem Weg nach Afrika umfassend beraten und begleitet. Deutsche Unternehmen, die wirtschaftlich in Afrika aktiv werden wollen, unterstützt das Wirtschaftsnetzwerk Afrika durch ein gebündeltes Informations- und Beratungsangebot, z.B. dem Africa Business Guide.
German Trade and Invest ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland und begleitet deutsche Unternehmen u. A. auf ihrem Weg ins Ausland. Bei GTAI gibt es außerdem ein breites Informationsangebot über Märkte, Rechtsvorschriften, Zollregelungen und vieles mehr.
Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.
Als branchenübergreifender Außenwirtschaftsverband informiert und vernetzt der Verein Unternehmen, die sich für eine Zusammenarbeit auf dem afrikanischen Kontinent bemühen und fördert den Austausch zwischen deutschen und afrikanischen Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik. In Deutschland sind sie der erste Ansprechpartner für Wirtschaftsinformationen (u. A. Marktstudien) und die Vermittlung von Kontakten.
Industrie- und Handelskammer – Netzwerkbüro Afrika
Das IHK-Netzwerkbüro Afrika unterstützt kleinere und mittlere Unternehmen bei der Erschließung afrikanischer Märkte. Sie beraten zu Markteintritt und Potenzialbranchen, vermitteln Ansprechpartner:innen und informieren über Fördermöglichkeiten und Veranstaltungen.
Die Mittelstandsallianz Afrika begleitet gezielt deutsche Unternehmen, die ihre Aktivität in afrikanischen Ländern entwickeln wollen, u. A. durch Marktinformationen, Markterschließungen und erhöhter Sichtbarkeit.
Global Perspectives Initiative
Die Global Perspectives Initiative fördert den Diskurs einer nachhaltigen und ausgewogenen globale Entwicklung und vernetzt Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft.
Förderinstrumente für deutsche Unternehmen
Investitionsgarantien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Investitionsgarantien sind ein bewährtes Außenwirtschaftsförderinstrument der Bundesregierung. Sie sichern deutsche Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern gegen politische Risiken ab. Dazu zählen Krieg, Revolution, Aufruhr, Enteignung sowie Konvertierungs- und Transferbeschränkungen. Im Schadensfall gleicht der Bund erlittene Vermögensverluste aus. Die politische Flankierung des Projekts kann aber auch effektiv verhindern, dass ein Schaden überhaupt eintritt.
AfricaConnect der Detuschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) (KFW)
AfricaConnect unterstützt europäische Unternehmen bei sowohl bestehenden, als auch geplanten Engagements in Afrika. Mit ihrem Finanzierungsangebot werden Investitionen in Afrika gezielt gefördert und erleichtert. Neben der finanziellen Unterstützung mit Risikoteilungskomponente bietet AfricaConnect auch umfassende Afrika-Expertise, ein weitreichendes Netzwerk und Unterstützung bei der Umsetzung von internationalen Umwelt-, Sozial- und Coporate-Governance Standards und Übernahme damit verbundener Kosten.
Mit dem develoPPP-Programm werden Maßnahmen deutscher, europäischer und lokaler Unternehmen gefördert, die sich langfristig und nachhaltig in Entwicklungs- und Schwellenländern unternehmerisch engagieren wollen. develoPPP richtet sich sowohl an etablierte Unternehmen (develoPPP Classic) als auch an Start-Ups (develoPPP Ventures).
DIE KFW IPEX-Bank agiert als Finanzier umwelt- und klimaschonender Investitionen und unterstützt die deutsche und europäische Wirtschaft bei nationalen und internationalen Unternehmungen.
Das Up-Scaling Programm der DEG fördert Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen, die ein innovatives Geschäftsmodell erweitern wollen, welches positive Entwicklungseffekte (vorzugsweise in Afrika) generiert.
Förderung von Machbarkeitsstudien
Die DEG unterstützt mit Mitteln des BMZ Machbarkeitsstudien von mittelständischen deutschen und europäischen Unternehmen, die der Vorbereitung entwicklungspolitisch sinnvoller Investitionen dienen.
Unterstützen Sie unsere Arbeit und helfen Sie uns dabei, gegen den Hunger in Afrika zu kämpfen.