GESUNDES AFRIKA

Trachom – Ursachen, Prävention und Behandlung

Erblindung ist in 80 Prozent der Fälle weltweit vermeidbar

Eine der häufigsten Ursachen von Erblindung ist Trachom, eine bakterielle Augenentzündung. Sie kommt besonders in Regionen mit schlechter Trinkwasserversorgung und mangelnden hygienischen Verhältnissen vor. Weltweit sind laut WHO 2,2 Mio. Menschen an Trachom erkrankt, der größte Teil davon in Afrika südlich der Sahara. So auch in Kenia, wo Trachom für rund 7 Millionen Menschen, die in halbtrockenen und trockenen Regionen des Landes leben, ein massives Gesundheitsproblem darstellt. Da in diesen Regionen die Gesundheitsversorgung fehlt, werden Infektionen nicht behandelt und führen so zur Erblindung der betroffenen Menschen.

Symptome

Die ersten Symptome eines Trachoms sind die einer Bindehautentzündung. Die Augen röten sich, es kommt zu einem Fremdkörpergefühl, Kratzen oder Brennen in den Augen. Nicht selten wird auch Sekret abgesondert. Wird die Krankheit nicht behandelt und schreitet weiter vor, kann ein Trachom bis zu einer Erblindung führen. Es bilden sich Lymphknoten unter den Augenlidern, welche immer weiter anschwellen und anfangen zu hängen. Im Verlauf der Erkrankung können diese aufplatzen und eine schmerzende Narbenbildung verursachen. Das Augenlid dreht sich dadurch nach innen, sodass die Wimpern die Hornhaut zerkratzen. Dadurch kann die Hornhaut so stark beschädigt werden, dass es zu einer Erblindung kommt.

Behandlung

Bei erkannter Trachom-Infektion muss Antibiotika eingesetzt werden. Ist das Trachom bereits weiter fortgeschritten, muss die Lidfehlstellung durch einen chirurgischen Einsatz korrigiert werden, damit verhindert werden kann, dass die nach innen gedrehten Wimpern die Hornhaut nicht verletzen. Ist diese bereits angegriffen, kann nur eine Hornhauttransplantation eine Erblindung verhindern. Um bereits erblindeten Menschen das Augenlicht zurückzugeben, hilft lediglich der operative Linsenaustausch.

Prävention

Um Trachom-Erkrankungen ist es besonders wichtig, präventive, hygienische Maßnahmen zu beachten. Gesicht und der Augenbereich sollte möglichst sauber gehalten werden. Eine Übertragung der Krankheit findet in vielen Fällen, durch verschmutze Hände, aber auch häufig durch Fliegen statt. Aufklärung ist daher besonders wichtig. Eine räumliche Trennung durch Vieh und Mensch, regelmäßiges Händewaschen und das Auswaschen der Augen mit sauberem Wasser lassen eine Infektion vermeiden.

Stigmatisierung und Ausgrenzung als Folge von Trachom

Die Übertragung von Trachom findet über das infektiöse Augensekret statt, das z.B. durch verschmutzte Hände, vor allem aber über Fliegen übertragen wird. So gibt es Studien, die beschreiben, dass innerhalb von Klassenräumen ein einziger Unterrichtsmorgen ausreicht, um die Infektion eines Kindes durch Fliegen auf die ganze Klasse zu übertragen. Schul- und Ausbildung wird unmöglich.

Aber es sind nicht nur Kinder, die sich mit Trachom infizieren. Auch für Mütter und Väter, gerade in den ländlichen Gebieten mit Viehhaltung zur Einkommensgenerierung, hat eine Trachom-Infektion dramatische Konsequenzen. Die folgende Erblindung führt zu Stigmatisierung und Ausgrenzung – sowie zu erheblichen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit der Menschen und das Bruttosozialprodukt in den betroffenen Regionen, da durch Erblindung die berufliche Tätigkeit unmöglich wird.

 

Prävention und Aufklärung zu Trachom sind zentral

Weil die Übertragung von Trachom durch verschmutzte Hände und Fliegen stattfindet, stehen Prävention und Aufklärung an erster Stelle. Dazu zählt die räumliche Trennung von Vieh und Mensch, das regelmäßige Händewaschen und das Auswaschen der Augen mit sauberem Wasser. Bei erkannter Trachom-Infektion hilft die Verwendung einer Antibiotikasalbe. Der operative Linsenaustausch kann bereits erblindeten Menschen das Augenlicht zurückgeben.

Ein wichtiges Element von Trachom-Projekten sind Outreach Visiten. Bei den Visiten führen die Ärzt:innen und Gesundheitsfachkräfte Screenings durch, um Trachom-Fälle zu diagnostizieren und dann entsprechend zu behandeln. Außerdem erhält lokales Gesundheitspersonal im Zuge der Visiten Weiterbildungen. So können sie ihre Gemeinden über Präventionsmaßnahmen aufklären und Trachom nach einer Diagnose behandeln.

Chlamydia trachomatis – von der Infektion zur Erblindung

Eine Infektion des Auges mit Chlamydia trachomatis, so der wissenschaftliche Name von Trachom, führt zu einer Entzündung der Bindehaut. Wiederholte Entzündungen führen im Laufe der Zeit zu einer Vernarbung der Bindehaut des Oberlides. Dies kann zur Folge haben, dass sich das Augenlid nach innen dreht und die Wimpern gegen den Augapfel reiben. Dieser schmerzhafte Zustand wird als trachomatöse Trichiasis (TT) bezeichnet und kann die Hornhaut schädigen. Nicht selten führt das zu Sehstörungen oder Blindheit. Aktive Trachom-Infektionen sind aufgrund von mangelndem Hygieneverhalten vor allem bei Kindern zu finden. Aufgrund der Anzahl der Infektions- und Entzündungsschübe ist Erblindung aufgrund von TT vor allem bei älteren Menschen zu beobachten.

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