GESUNDES AFRIKA

Horn von Afrika – Ort der multiplen Krisen

Das „Horn von Afrika“ ist der keilförmige östliche Teil des afrikanischen Kontinents mit den Ländern Somalia, Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Kenia, Sudan und Südsudan. Die Region leidet seit vielen Jahren unter vielfältigen Krisen. Sowohl historisch als auch gegenwärtig. Die Folgen: Epizentren von Migration, Flucht und Vertreibung. Entgegen Angst schürender Berichterstattungen finden die meisten Menschen Zuflucht in der Region. Nur ein sehr kleiner Teil flieht nach Europa.

 

90 % der Geflüchteten bleiben in Subsahara-Afrika

Krieg, Gewalt, Terrorismus, Klimawandel, damit verbundene extreme Wetterereignisse und Ernährungskrisen. Nicht ohne Grund wird das Horn von Afrika als „Ort der multiplen Krisen“ betitelt. Das Maß an Zwangsvertreibung nimmt enorm zu. Dabei werden die Abstände zwischen den Krisen immer kürzer und bieten den Menschen und der Natur kaum „Erholungspausen“.

Die meisten Menschen finden Zuflucht in den Nachbarstaaten. Allein in Uganda leben 900.000 Geflüchtete aus dem bürgerkriegsgeplagten Südsudan, während vom gesamten Horn von Afrika lediglich 114.000 Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland ankommen (Stand 2020).

Insgesamt sind am Horn von Afrika derzeit etwa 5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die große Mehrheit bleibt in der Region: etwa 4,5 Millionen Menschen. Wie die Karte zeigt, nahmen allein die drei Länder Uganda, Sudan und Äthiopien etwa zwei Drittel der Geflüchteten auf. Auch Kenia und Ruanda schultern einen großen Anteil.

Die meisten von ihnen – etwa 80 % – sind Frauen und Kinder. Was aus der Karte nicht hervorgeht: Die Zahl der Binnenvertriebenen ist um ein Vielfaches höher. Sie werden, z. B. als Auswirkung von Extremwetterereignissen innerhalb ihrer Herkunftsländer vertrieben. Die Zahl aller Binnenvertriebenen am Horn von Afrika beläuft sich aktuell auf etwa 10 bis 13 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen innerhalb der Länder Somalia, Südsudan und Äthiopien – sie sind Flüchtlinge im eigenen Land.

Das Horn von Afrika in Zahlen

Was auf der Karte nicht hervorgeht: Die Zahl der Binnenvertriebenen ist um ein Vielfaches höher. Bis zu 13 Millionen Menschen sind Stand 2020 am Horn von Afrika z. B. als Auswirkung von Extremwetterereignissen und anderen Krisen innerhalb ihrer Herkunftsländer vertrieben. Die meisten von ihnen innerhalb der Länder Somalia, Südsudan und Äthiopien – sie sind Flüchtlinge im eigenen Land.

Sudan
  • Menschen in akuter Ernährungskrise: 5,8 Millionen
  • Geflüchtete und Asylsuchende: 870.000
  • Aufgenommene Geflüchtete: 1,2 Millionen
  • Binnenvertriebene: 2,7 Millionen
Südsudan
  • Menschen in akuter Ernährungskrise: 6,5 Millionen
  • Geflüchtete und Asylsuchende: 2,2 Millionen
  • Aufgenommene Geflüchtete: 300.000
  • Binnenvertriebene: 1,7 Millionen
Uganda
  • Menschen in akuter Ernährungskrise: 2 Millionen
  • Geflüchtete und Asylsuchende: 20.000
  • Aufgenommene Geflüchtete: 1,5 Millionen
  • Binnenvertriebene: 34.000
Äthiopien
  • Menschen in akuter Ernährungskrise: 8,5 Millionen
  • Geflüchtete und Asylsuchende: 200.000
  • Aufgenommene Geflüchtete: 800.000
  • Binnenvertriebene: 2,8 Millionen
Somalia
  • Menschen in akuter Ernährungskrise: 2,1 Millionen
  • Geflüchtete und Asylsuchende: 900.000
  • Aufgenommene Geflüchtete: 35.000
  • Binnenvertriebene: 3 Millionen
Kenia
  • Menschen in akuter Ernährungskrise: 1 Million
  • Geflüchtete und Asylsuchende: 20.000
  • Aufgenommene Geflüchtete: 500.000
  • Binnenvertriebene: 400.000

Die größten Siedlungen für Binnengeflüchtete befinden sich in Afrika

In Somalia befindet sich eine der weltweiten größten Siedlungen für Binnengeflüchtete. Der Afgooye-Korridor liegt außerhalb der vom Krieg zerrissenen Hauptstadt Mogadischu. Über 13 Kilometer erstrecken sich die ursprünglich provisorischen Siedlungen, in denen Schätzungen zufolge etwa 600.000 Menschen in Hütten leben.

Viele von ihnen sind besonders schutzbedürftige Kinder, Frauen und unbegleitete Jugendliche. Doch auch in den Camps sind die Ressourcen knapp: es gibt meist nur schlechten bis gar keinen Zugang zu einer Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser. Trotzdem sind nur wenige Hilfsorganisationen vor Ort.

Auch die beiden weltweit größten Flüchtlingssiedlungen liegen in Afrika. In Kakuma und Dadaab – beide Siedlungen  befinden sich in Kenia – leben über eine Million Menschen und leiden auch hier immer wieder unter extremer Ressourcenknappheit.

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