Projektland Südsudan: Cholera-Ausbruch im Mayom County - schnelles Handeln durch Nothilfe
Im Südsudan leben mehr als 80 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze und das lokale Gesundheitssystem zählt zu den am schwächsten entwickelten weltweit. Zudem hat der Konflikt im benachbarten Sudan den Druck weiter erhöht, denn Hunderttausende Geflüchtete und Rückkehrende treffen im Norden des Südsudans auf Aufnahmegemeinden, deren Kapazitäten längst erschöpft sind.
Massive, Klimawandel bedingte Überschwemmungen, unzureichende Infrastruktur und der Mangel an sauberem Trinkwasser verschlechtern die Lage der Menschen vor Ort zusätzlich und führen immer wieder dazu, dass sich leicht übertragbare Krankheiten rasch ausbreiten:
Ende September 2024 brach im Südsudan eine schwere Cholera-Epidemie aus, die den Bundesstaat Unity und insbesondere den Mayom County hart traf. Innerhalb weniger Monate verzeichneten die Gesundheitsbehörden landesweit über 16.000 Erkrankungen und Hunderte Todesfälle.
Schnelles Handeln war also dringend notwendig!
Gesundes Afrika e.V. hat gemeinsam mit Cordaid South Sudan, unserer Partnerorganisation vor Ort, eine umfassende Nothilfemaßnahme umgesetzt, mit dem Ziel, das Ausmaß der Epidemie einzudämmen.
Da Cholera über verunreinigtes Wasser und verunreinigte Nahrungsmittel übertragen wird, führte die Kombination aus Flussüberschwemmungen und der Nutzung unsicherer Wasserquellen zu einer rapide steigenden Infektionswelle. Kinder waren besonders gefährdet. UN-Berichten zufolge machten Mädchen und Jungen unter 15 Jahren rund die Hälfte aller Cholera-Fälle im Land aus.
Deshalb verknüpfte unser Ansatz die direkte medizinische Behandlung Betroffener mit breiten Präventionsmaßnahmen in den Haushalten.
Sicherstellung der klinischen Behandlung
Um auch Menschen in weit abgelegenen und ländlichen Dörfern zu erreichen, wurden fünf dezentrale Behandlungsstellen eingerichtet.
Am Krankenhaus in Mayom entstand ein Cholera Treatment Centre (CTC) für schwere Verläufe. Ergänzt wurde dieses durch eine Cholera Treatment Unit (CTU) in Mankien sowie drei gemeindenahe Rehydrationspunkte (Oral Rehydration Points, ORPs) in Riah, Kuelkuony und Kernyang.
Im Laufe des Projektzeitraums konnten insgesamt 859 Cholera-Patientinnen und -Patienten medizinisch versorgt werden, darunter 216 Kleinkinder unter fünf Jahren. Dank des schnellen Zugangs zu oraler Rehydrierung und gezielter Weiterleitung schwerer Fälle verzeichneten die unterstützten Einrichtungen nur zwei Todesfälle. Mit einer Fallsterblichkeitsrate von 0,23 Prozent lag das Ergebnis weit unter dem weltweiten WHO-Grenzwert von 1 Prozent.
Prävention und Schutz für gefährdete Haushalte
Da medizinische Behandlung allein die Infektionskette nicht unterbrechen kann, bildeten Maßnahmen im Bereich WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) einen zentralen Pfeiler der Nothilfe:
- WASH-Materialien und Infektionsschutz für 1.200 Haushalte
Unsere Teams verteilten umfangreiche Schutzpakete an besonders gefährdete Familien. Diese enthielten Wasseraufbereitungsmittel wie Aquatabs, Mehrzweckseife, Filtertücher, Wasserbehälter, Eimer und Kanister, um eine sichere Speicherung und Nutzung von Trinkwasser zu Hause zu ermöglichen.
- WASH-Aufklärung und Sensibilisierung für 6.579 Personen
In insgesamt 40 Informationsveranstaltungen klärten die Teams über sichere Wasseraufbereitung, die korrekte Lagerung von Trinkwasser, Händehygiene sowie das frühzeitige Erkennen von Cholera-Symptomen auf. Erreicht wurden dabei 880 Männer, 2.314 Frauen, 1.363 Jungen und 1.944 Mädchen, darunter auch ältere Menschen und Personen mit Behinderungen.
Einbindung der Gemeinschaft und Schulung lokaler Kräfte
Um die Maßnahmen dauerhaft in den Alltag der Familien zu verankern, wurden 17 lokale Gesundheits- und Community-Mitarbeitende intensiv geschult. Zudem wurden vier weitere Rehydrationspunkte in Mankien, Wankei, Mayom Town und Juknyang aufgebaut. Das anschließende Wirkungs-Monitoring zeigte positive Ergebnisse: Rund 73 Prozent der befragten Haushalte nutzten die ausgegebenen Mittel zur regelmäßigen Aufbereitung ihres Trinkwassers.
Cordaid begleitete die Behandlungsstellen im Austausch mit dem County Health Department und weiteren Akteur:innen im Gesundheitswesen durch laufende Supervisionen. Die Teams führten Falllisten, werteten die gemeldeten Erkrankungen aus und passten Entscheidungen an die Entwicklung des Ausbruchs an.
Ausblick und nachhaltige Hoffnung
Unser Einsatz gegen Cholera zeigt eindrucksvoll, was gemeinsam möglich ist. Durch den Aufbau gemeindenaher Strukturen, der Ausbildung lokaler Kräfte und das gestiegene Bewusstsein für Hygiene ist Mayom County heute deutlich besser für die Zukunft gerüstet. Die geschaffenen Anlaufstellen und das erlernte Wissen vor Ort bilden ein starkes Fundament, auf dem die Gemeinschaft auch künftig aufbauen kann, um die Gesundheit der Familien nachhaltig zu schützen.
Dank Ihrer Spenden konnte dieser lebensrettenden Einsatz im Südsudan und dieser wichtige Schritt in eine gesündere Zukunft ermöglicht werden!
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