Ein Jahr Krieg im Sudan
APRIL 2024: Ein Jahr Krieg im Sudan
Vor einem Jahr eskalierte der bewaffnete Konflikt im Sudan zwischen den Truppen des sudanesischen Militärherrschers und der RSF-Miliz. Ein Jahr zwischen Hungersnot und Flucht. Ein Land befindet sich im Ausnahmezustand, doch rückt immer weiter in Vergessenheit. Tausende Menschen sind bereits gestorben, mehr als 8 Millionen Menschen waren seit Ausbruch des Krieges gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Viele Familien suchen mit ihren Kindern Schutz und Hoffnung im Südsudan. Einem Land, das eine er höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt aufweist.
Dank der engen Zusammenarbeit mit unserem Partner Cordaid im Südsudan konnten wir bereits vor einem Jahr unsere Nothilfe starten.
- Etwa 1.000 Kinder erhielten Notnahrungsmittel
- 9.000 Kinder erhielten Schutzimpfungen
- Verteilung von Moskitonetzen als Schutz vor Malariainfektionen an 1.000 Haushalte
- 6.000 Menschen erhielten Zugang zu sauberem Wasser
- Psychologische Unterstützung und Traumabewältigung für Kinder und Mütter
JUNI 2023: Unsere Nothilfe für Geflüchtete aus dem Sudan ist gestartet
JUNI 2023: Unsere Nothilfe für Geflüchtete aus dem Sudan ist gestartet
60.000 Menschen sind bereits aus dem Sudan in den Südsudan geflüchtet. 200.000 werden in den nächsten drei Monaten erwartet. Dank der Zusammenarbeit mit unserem lokalen Partner im Südsudan konnten wir unsere Nothilfe an der Grenze, an der die meisten Sudanes:innen ankommen, direkt starten.
Insbesondere ankommende Kinder und Mütter werden mit Notnahrungsmitteln versorgt. Schwangere und stillende Frauen erhalten Zugang zu Ernährungs- und Gesundheitsdienste und Behandlungen werden sichergestellt.
APRIL 2023: Eskalationen im Sudan
Am 15. April fiel der erste Schuss. Seitdem herrscht in dem Land Ausnahmezustand und es ist Krieg ausgebrochen. Doch was sind die Ursachen? Zwischen den Sudan Armed Forces (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) kommt es landesweit zu Kämpfen. Es geht – wie so oft – um Macht. Und wie so oft, leiden vor allem unbeteiligte Zivilist:innen und ganz besonders Kinder unter den kriegerischen Auseinandersetzungen. Hunderte Menschen sind bereits gestorben, Tausende verletzt. Die Bürger:innen dürfen ihr Zuhause nicht verlassen. Viele haben nicht genügend Vorräte, um sich in den folgenden Tagen zu ernähren.
Vertreibung, Hunger und Infektionskrankheiten sind und werden auch die nächsten Wochen und Monate die Folge sein. Die mediale Aufmerksamkeit in Europa wird allerdings, so steht zu befürchten, rasant abnehmen, sobald alle Evakuierungen ausländischer Bürger:innen abgeschlossen sind. Doch der Krieg geht weiter. Die Nahrungsmittel-, Wasser- und Stromversorgung sind schon jetzt in vielen Teilen des Landes zusammengebrochen.
Was sind die Ursachen für den Sudan-Konflikt?
Es ist eine weitere, katastrophale Eskalation des Sudan-Konflikt, aber leider nicht die Erste. Bereits seit 2013 gibt es in dem Land die zwei genannten militärischen Akteure: die sudanesische Armee und die von Ex-Machthaber Omar al-Baschir gegründete paramilitärische RSF. Jetzt wurde bekannt, dass der RSF-Führer Hemedti, der vom Internationalen Strafgerichtshof als Kriegsverbrecher verurteilt wurde, aus dem Gefängnis fliehen konnte. Hemedti ist für den Dafur-Konflikt, dem größten Genozid des 21. Jahrhunderts, mitverantwortlich.
Seit Mitte April diesen Jahres erschüttern Schüsse und Explosionen die Hauptstadt und weitere Teile des Landes. Die Lebensbedingungen in dem Land werden sich so schnell nicht „normalisieren“. Schon vor dem Ausbruch des Konflikts zählte der Sudan zu einem der ärmsten Länder Welt. Die Menschen leben von einem Jahreseinkommen von weniger als $ 750.
Fakten zum Krieg im Sudan
- Seit 15. April 2023: Eskalation zwischen der sudanesischen Armee SAF und der paramilitärischen RSF im Sudan
- Viele Zivilist:innen, besonders Kinder, leiden unter den Auseinandersetzungen
- Hunderte Menschen sind bereits gestorben, Tausende verletzt
- Bürger:innen dürfen ihr Zuhause nicht verlassen und haben nicht genügend Vorräte
- Vertreibung, Hunger und Infektionskrankheiten werden die Folge sein
- Der Sudan zählt zu einem der ärmsten Länder der Welt
- Nahrungsmittel-, Wasser- und Stromversorgung sind schon jetzt in vielen Teilen des Landes zusammengebrochen
- Stand 03.05.23: Einigung auf Waffenruhe für 7 Tage
Wie gehen die Menschen im Sudan mit der Situation um?
Viele Menschen haben sich auf die Flucht begeben. Sie hoffen auf mehr Sicherheit in den Nachbarländern Ägypten, Tschad und dem Südsudan. Südsudan – einem Land, das NOCH ärmer als der Sudan ist.
Aktuell erreichen Flüchtlinge aus dem Sudan über 12 Grenzgänge den Südsudan. Allein in den letzten Tagen sind offiziell mehr als 10.000 Menschen in Renk, im Norden des Südsudan, angekommen. Ein Großteil von ihnen sind Frauen und Kinder. Schon in den nächsten Tagen werden weitere 50.000 Geflüchtete erwartet. Und die Zahlen werden weiter steigen.
Durch Krieg im Sudan: Flucht in den Südsudan
Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage im Südsudan gab es zuvor viele Fluchtbewegungen in die andere Richtung: von dem Südsudan in den Sudan. Die Situation im Südsudan hat sich durch die Auswirkungen des Klimawandels in den letzten Monaten drastisch verschlimmert. Langanhaltende Dürreperioden führten zu Hunger und Mangelernährung. Über 1,1 Millionen Südsudanes:innen sind daher in den letzten Jahren über die Grenze in den Sudan geflohen. Die meisten von ihnen nach Dafur. Das ist die Gegend, die von den Auswirkungen des aktuellen Krieges am stärksten betroffen ist. Politische und militärische Konflikte zwingen viele der Menschen wieder zurück in den Südsudan zu fliehen.
Es wird erwartet, dass 80 – 90% der Menschen zurück in den Südsudan fliehen. Mehr als 300.000 Kinder werden unter ihnen sein. Kinder, die in ein Land fliehen, das eine der höchsten Kindersterblichkeitsrate der Welt aufweist. Im Südsudan leiden schon jetzt bereits 1,34 Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung.
GESUNDES AFRIKA e.V. ist inzwischen seit mehr als 25 Jahren im Südsudan aktiv. Mit unserem lokalen Implementierungspartner Cordaid arbeiten wir schon seit zwei Jahren in verschiedenen Regionen im Südsudan zusammen.
Die Ursachen vom Sudan-Konflikt beeinflussen unsere Arbeit im Südsudan
Die Ursachen für den Krieg im Sudan sind vielfältig. Wir unterstützen daher bereits Nothilfemaßnahmen in Renk, um den Menschen in der Region zu helfen. Gemeinsam mit unserem Partner Cordaid ist es unser Ziel, die in Renk und angrenzenden Regionen Ankommenden, sowie die aufnehmenden Gemeinden, zu stärken. Renk ist eine Region, die weit entfernt von vielen Versorgungszentren liegt. Die Hauptstadt Juba ist Tausende Kilometer entfernt. Die Versorgung von Lebensmitteln muss von weither beschafft werden. Straßen zwischen den Orten sind nur zwischen Januar und Mai befahrbar. Folgende Aktivitäten planen wir:
- Verteilung von Notnahrung an Kinder
- Kinderschutzimpfungen
- Bereitstellung von kleinen Beträgen zum selbstständigen Ankauf von Nahrungsmitteln und Medikamenten
- Trinkwasserversorgung
- Trinkwasseraufbereitung
- Bereitstellung von Zeltunterkünften
- Psychologische Unterstützung und Traumabewältigung für Kinder und Mütter
- Hygieneaufklärung und Infektionsprävention