Wasser im Südsudan: Warum herrscht Knappheit?
Die World Water Week ist ein globales Forum, das jedes Jahr Expert:innen, Entscheidungsträger:innen und NGOs zusammenbringt, um wichtige Themen rund um Wasserversorgung und Wasserpolitik zu diskutieren. Dieses Jahr liegt der Fokus besonders auf den Ländern, die am meisten unter Wasserknappheit leiden – darunter die Situation von Wasser im Südsudan.
Ursachen der Krise von Wasser im Südsudan
Der Südsudan, das jüngste Land der Welt, das 2011 seine Unabhängigkeit erlangt hat, steckt in einer tiefen Wasserkrise. Die Gründe dafür sind vielfältig, angefangen bei der politischen Instabilität bis hin zu den Folgen des Klimawandels. Jahrzehntelange Konflikte und Bürgerkriege haben die Infrastruktur des Landes stark beschädigt und den Aufbau eines stabilen Wasserversorgungssystems stark behindert. Wegen fehlender Investitionen in die Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen sind viele Gemeinden ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und müssen auf unsichere Wasserquellen zurückgreifen.
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist das extreme Klima im Südsudan. Das Land wird immer wieder von heftigen Überschwemmungen und wiederkehrenden Dürren heimgesucht, was die Wasserversorgung total unberechenbar und oft schwer zugänglich macht. In den letzten Jahren haben Überschwemmungen riesige Teile des Landes überflutet, wodurch Millionen Menschen betroffen waren und viele Wasserquellen verschmutzt wurden. Gleichzeitig sorgen Dürren in anderen Regionen dafür, dass Wasser knapp wird, was das Überleben der Menschen und die landwirtschaftliche Produktion extrem gefährdet.
Folgen für die südsudanesische Bevölkerung
Die Folgen dieser Wasserkrise sind weitreichend. Über 60% der südsudanesischen Haushalte müssen sich auf unsichere Wasserquellen verlassen, was zu weit verbreiteten wasserbedingten Krankheiten wie Cholera und Typhus führt. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder, die oft weite Strecken zurücklegen müssen, um Wasser zu holen, was ihre Gesundheit und Bildungschancen beeinträchtigt. Diese Gesundheitsrisiken werden zusätzlich durch den Mangel an Sanitäranlagen, unzureichende Gesundheitsdienste und die damit verbundene schlechte Versorgung verschlimmert.
Auch die Landwirtschaft, von der die Mehrheit der Bevölkerung abhängig ist, leidet massiv unter der Wasserknappheit. Ohne ausreichend Wasser für die Bewässerung sind die Ernteerträge niedrig, was die ohnehin schon schlimme Nahrungsmittelknappheit im Land weiter verschärft. Das alles führt zu einem Teufelskreis aus Armut, Hunger und Krankheit, der die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Südsudan stark hemmt.
Ausblick und Lösungsansätze zu Wasser im Südsudan
Trotz der ernsten Lage gibt es Initiativen, die wirklich Hoffnung machen. Dass der Südsudan an der World Water Week teilnimmt, ist eine große Chance, internationale Unterstützung zu mobilisieren und gemeinsam nach nachhaltigen Lösungen zu suchen. Ein vielversprechender Ansatz ist die Investition in widerstandsfähige und nachhaltige Wasserinfrastruktur – also in Dinge wie Brunnen, Bohrlöcher und Wasseraufbereitungsanlagen. Solche Projekte könnten langfristig den Zugang zu sauberem Wasser sichern.
Genauso wichtig ist es, sich an den Klimawandel anzupassen, zum Beispiel durch klimaresilientes Wassermanagement. Der Bau von Regenwassernutzungssystemen könnten helfen, die Auswirkungen extremer Wetterereignisse abzufedern. Besonders spannend finde ich auch solarbetriebene Bewässerungssysteme. Gerade in einem Land wie dem Südsudan, wo die Elektrizitätsinfrastruktur kaum entwickelt ist, bieten sie eine nachhaltige Alternative und könnten die Lebensbedingungen in ländlichen Gebieten wirklich verbessern.
Aber um diese Projekte wirklich erfolgreich zu machen, müssen die lokalen Gemeinschaften von Anfang an eingebunden werden! Bildung und Kapazitätsaufbau im Bereich Wassermanagement und Hygiene sind dabei super wichtig. Denn die Lösungen müssen langfristig und ganzheitlich gedacht werden, damit sie nicht nur die akuten Probleme lindern, sondern auch die Grundlage für eine nachhaltige Wasserversorgung im Südsudan schaffen.