GESUNDES AFRIKA

Erfolge des One-Health-Projekts in der Demokratischen Republik Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo (DRC), insbesondere in den ländlichen Gebieten von Minembwe und Kaziba in Süd-Kivu, ist Viehzucht eine der wichtigsten Einkommensquellen. Deswegen leben Menschen und Tiere dort eng zusammen. Diese Nähe birgt jedoch auch Risiken, hauptsächlich in Bezug auf Zoonosen – Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können. Aus diesem Grund haben wir das One-Health-Projekt in Kongo initiiert, das das Ziel hat, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt zu schützen.

Wie funktioniert der One-Health-Ansatz?

Der One-Health-Ansatz betont die untrennbare Verbindung zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt. Er zielt darauf ab, ganzheitliche Prävention zu betreiben und fördert die Zusammenarbeit von Expert:innen aus verschiedenen Bereichen. In Gebieten, in denen Mensch und Tier eng zusammenleben, besteht ein erhöhtes Risiko zu Infektionskrankheiten. Diese Zoonosen können verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und die Umwelt haben.

Aufklärung und Schulungen

Im Rahmen des One-Health-Projekts werden Bäuer:innen, Tierärzt:innen, Schüler:innen und Tiergesundheitsbeauftragte geschult, wie sie Zoonosen und Epidemien verhindern können. Diese Schulungen haben bereits erhebliche Auswirkungen auf das Verhalten der Gemeindemitglieder. Zum Beispiel hat Herr Aganze Buhendwa Vincent, ein Bewohner von Kaziba, seine Hühner zuvor im selben Raum wie seine Kinder aufgezogen, aus Angst vor Diebstahl. Nach der Aufklärungsarbeit verstand er jedoch, dass Menschen und Tiere nicht im selben Raum schlafen sollten. Er erklärte:

„Ich würde lieber alle meine Hühner verlieren, als meine Kinder sterben zu sehen, aber weil ich sie alle schützen muss, bin ich gezwungen, einen sicheren Stall für meine Hühner zu bauen. Deshalb empfehle ich, die Aufklärungsarbeit fortzusetzen, denn es gibt viele Menschen, die weiterhin mit Tieren zusammenleben und rohes Fleisch essen.“

Gesunde Ernährung und Tierhaltung

Eine weitere wichtige Erkenntnis des Projekts betrifft die Ernährung und Tierhaltung. Ein Bewohner namens Ruabire Jonas berichtete, dass seine Gemeinde traditionell rohe Milch direkt nach dem Melken konsumierte. Dies führte jedoch zu gesundheitlichen Problemen wie Husten und Durchfall. Dank des Projekts hat er gelernt, wie wichtig es ist, die Milch vor dem Verzehr abzukochen und zu pasteurisieren, um Krankheiten zu verhindern. Ähnlich änderte Viehzüchterin Nyabatware Chantal ihr Handeln, um die Gesundheit ihrer Familie zu schützen, nachdem sie über die Risiken informiert wurde, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können.

 

Richtige Tiermedikation

Eine weitere wichtige Lehre aus dem Projekt betrifft die richtige Verabreichung von Medikamenten an Tiere. Nsengiyunva Rushikama, ein Viehzüchter und -hüter, erzählte, dass er in der Vergangenheit Antibiotika und Wurmkuren für seine kranken Tiere gekauft hatte, ohne zu wissen, wie sie korrekt angewendet werden sollten. Diese Selbstmedikation war nicht nur ineffektiv, sondern stellte auch eine Gefahr für die Umwelt und die Tiergesundheit dar. Unser Projekt hat dazu beigetragen, dieses Bewusstsein zu schärfen und die Bedeutung der tierärztlichen Versorgung zu betonen.

 

Fazit: der One-Health-Ansatz hat Erfolg

Das One-Health-Projekt in der Demokratischen Republik Kongo zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Mensch, Tier und Umwelt ist, um die Gesundheit und das Wohlbefinden aller zu schützen. Durch Aufklärung, Schulungen und Praxisänderungen werden Fortschritte erzielt, die nicht nur das Leben der Gemeindemitglieder verbessern, sondern auch dazu beitragen, die Ausbreitung von Krankheiten zwischen Mensch, Tier und Umwelt einzudämmen. Die Geschichten und Erfahrungen der Menschen vor Ort verdeutlichen den Wert dieses ganzheitlichen Ansatzes und die positiven Auswirkungen auf die Lebensqualität in dieser Region. Das Projekt setzt sich weiterhin für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ein und hofft, noch mehr Gemeindemitglieder zu erreichen, um die Gesundheit langfristig zu verbessern.

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